Viessmann: Gut ist nicht gut genug

Ob Heizsysteme für Gas und Öl, Blockheizkraftwerke zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme, regenerative Energiesysteme, Kühlzellen oder Kältelösungen für den Lebensmitteleinzelhandel – wenn es um Heiz-, Kälte- und Klimatechnik geht, bietet Viessmann für jede Anforderung die richtige Lösung. Auf dem Weg von der Fertigung zur Baustelle machen die meisten Artikel im Warenverteilzentrum (WVZ) am Unternehmensstammsitz in Allendorf (Eder) Station. Von hier aus beliefert das Unternehmen seine Regionalläger. Die Anlage leistet einen täglichen Durchsatz von 10.000 Paketen und 3.000 Paletten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Verfügbarkeit der Lager- und Fördertechnik im WVZ. Bei der Wartung und Instandhaltung des Automatiklagers setzt Viessmann auf die Zusammenarbeit mit der TELOGS GmbH. Die Anlagenverfügbarkeit liegt mittlerweile bei nahezu 100 Prozent.

„Nichts ist so gut, dass es nicht verbessert werden könnte.“ Nach diesem Leitspruch wird seit den 1960er Jahren bei Viessmann gehandelt. Und das mit Erfolg: Viele Innovationen, die das 1917 gegründete Unternehmen auf den Markt gebracht hat, gelten heute als technische Meilensteine der Heiztechnik. Mit 27 Produktionsgesellschaften in elf Ländern, mit Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in 74 Ländern sowie weltweit 120 Verkaufsniederlassungen ist Viessmann international ausgerichtet. 55 Prozent des Umsatzes entfallen auf das Ausland.

Globaler Drehpunkt Allendorf (Eder)

Herzstück der Fertigwarenlogistik von Viessmann weltweit ist das Warenverteilzentrum in Allendorf (Eder). Es erstreckt sich auf 17.000 Quadratmetern über drei Ebenen. Betreiber des Logistikzentrums ist die Viessmann Logistik International GmbH. Soweit es sinnvoll ist, fließen dort alle Warenströme zusammen. 22.000 verschiedene Artikel, vom Dichtring bis zum Blockheizkraftwerk, werden im WVZ eingelagert. Von hier aus wickelt der Heiztechnikspezialist sowohl die Belieferung aller Regionalläger weltweit und den Export ab als auch Raumtouren, Sonderfahrten und Paketsendungen. Zudem haben Kunden Gelegenheit, ihre bestellten Waren hier selbst abzuholen. Viessmann setzt traditionell auf den zweistufigen Vertriebsweg; die Ware geht direkt an die Kunden, also an die Heizungsfachbetriebe. Auf Wunsch liefert der Heiztechnikhersteller die Materialien sogar direkt auf die Baustelle. Dabei garantiert das Unternehmen eine schnellstmögliche Bearbeitung. Für den Paketversand bedeutet das, dass es sich zu beinahe 100 Prozent um Next-Day-Aufträge handelt. Täglich werden im WVZ die Lagerauffüllungen für die Regionalläger weltweit abgewickelt. „Verzögerungen oder gar Ausfälle im WVZ würden die gesamte Kundenversorgung gefährden. Der Heizungsbauer stünde dann ohne Material auf der Baustelle und müsste seine Leute nach Hause schicken. Deshalb stellen wir extrem hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit der automatischen Logistikanlage in Allendorf. Eine Verfügbarkeit von nahezu 100 Prozent ist Pflicht“, berichtet Peter Löwer, Leiter Distributionslogistik Deutschland der Viessmann Logistik International GmbH.

Auf der ständigen Suche nach Verbesserung

Die logistische Infrastruktur am Standort Allendorf (Eder) besteht im Detail aus einem Hochregallager (HRL) mit 60.000 Palettenplätzen und 19 Regalbediengeräten (RBG) sowie einem automatischen Kleinteilelager für 21.400 Behälter mit zwei RBG. Neben diesem Komplex befindet sich eines der drei deutschen Regionalläger. Sensibler Punkt ist die Förderbrücke, die das 1998 in Betrieb genommene HRL mit der Produktion verbindet. Ausfälle der rund 270 Meter langen Fördertechnik würden einen Rückstau bis in die Produktion verursachen. Zusätzlich machen die enge Taktung der Regionalläger und die zentrale Position des WVZ die vorbeugende Instandhaltung des Warenverteilzentrums unumgänglich. Viessmann versucht deshalb, die Lager- und Fördertechnik immer weiter zu verbessern. „Wir denken permanent darüber nach, ob man etwas besser oder schneller machen oder es vielleicht sogar ganz weglassen kann. Der gute Prozess ist der, an dem man nichts mehr weglassen kann“, sagt Ulrich Albrecht, Leiter Instandhaltung der Viessmann-Logistik. Insgesamt sieben Mitarbeiter sind für diese Aufgabe verantwortlich. Unterstützt werden sie durch die TELOGS GmbH, einen Instandhaltungsspezialisten mit Sitz in Wettenberg bei Gießen.

Wartung nach Wahl

Mit TELOGS fand das Unternehmen vor neun Jahren einen Partner, der die Herausforderung der kontinuierlichen Verbesserung mitträgt. Was mit einzelnen Wartungsaufträgen für verschiedene Bereiche begann, wurde schrittweise zu einem Full-Service-Instandhaltungsvertrag zum Festpreis erweitert. Dieser umfasst die 21 RBG, die Palettenfördertechnik und die Fördertechnikstrecke, die WVZ und Regionallager miteinander verbindet. Durch die Wahl verschiedener Module stellte sich Viessmann ein individuelles Leistungspaket zu einem fixen Preis zusammen. Die Verwaltung des Budgets liegt dabei bei TELOGS. Zur Instandhaltung der RBG und der Fördertechnik im HRL entschied sich der Heiztechnikspezialist für den Komplettservice. Dieser umfasst die präventive Wartung und die Prüfungen der RBG und der Palettenfördertechnik sowie eine turnusmäßige Inspektion. Die Spezialisten von TELOGS werden vor allem dann herangezogen, wenn geplante Einsätze anstehen, die besondere Werkzeuge oder einen größeren personellen Einsatz erfordern. So sind zum Beispiel die Spezialisten zweimal im Jahr für vier Wochen zur Wartung der RBG sowie für die Inspektion der Antriebstechnik vor Ort. Aufgrund der hohen Auslastung können Arbeiten an der Anlage nur außerhalb der Betriebszeiten durchgeführt werden – also samstags und sonntags oder nachts. Dabei müssen sich die Techniker so organisieren, dass am nächsten Tag wieder ein normaler Betrieb möglich ist. Hat der Dienstleister Verschleißteile ausgetauscht oder die RBG geprüft und gewartet, dokumentiert er das in der TELOGS-Wartungsdatenbank. Kunde und Lieferant haben damit eine stets aktuelle gemeinsame Datenbasis, die über das Internet überall abrufbar ist. Auf diese Weise lassen sich eventuelle Schwachstellen der Technik zuverlässig erkennen und Optimierungspotenziale sichtbar machen. Darüber hinaus ist TELOGS auch für das Ersatzteilmanagement verantwortlich. Treten unerwartete technische Störungen auf, ist der Instandhaltungsdienstleister innerhalb einer vertraglich vereinbarten Frist von vier Stunden für die Reparatur vor Ort.

Fremde Augen sehen mehr

„TELOGS spielt für uns als externer Berater eine wichtige Rolle. Wir machen uns gemeinsam Gedanken darüber, wie wir Störungen schneller und besser feststellen und beheben können und wie man dadurch die Stillstandzeiten minimiert“, schildert Löwer. In regelmäßigen Abständen organisieren Kunde und Dienstleister  gemeinsame Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen; mit ihnen sollen neue Impulse für Optimierungsmaßnahmen entwickelt werden. Auf diese Weise entstand auch die Idee, die Ersatzteilversorgung in Teilen zu dezentralisieren. So liegen jetzt im HRL direkt an der Gasse auf Rollwagen Motoren für die RBG. Darüber hinaus entwickelte TELOGS ein Konzept zur Modernisierung der SPS-Steuerungen im WVZ.

Ergebnisse

Durch vorbeugende Instandhaltung und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess konnte Viessmann zusammen mit TELOGS die Verfügbarkeit der Anlage erhöhen. Daraus ergibt sich eine gesteigerte Lieferqualität bzw. ein verbesserter Lieferservicegrad – und das bei planbaren Kosten. Ungeplante Reparaturen kommen nur noch selten vor. Darüber hinaus konnte der Heizungsspezialist seinen eigenen Organisationsaufwand reduzieren, da TELOGS wichtige Bereiche, wie das Ersatzteilmanagement, übernommen hat. „Wir glauben nicht daran, dass irgendetwas auf dieser Welt perfekt ist, und wollen uns daher ständig verbessern. Von externen Partnern erwarten wir Beweglichkeit und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Mit TELOGS haben wir einen solchen Dienstleister gefunden und deswegen glauben wir an unsere Partnerschaft“, lautet Peter Löwers Bilanz.

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